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In my PJ’s

Der Tag an dem ich in meinen Pyjama Pants in den Club spaziert bin, markierte zwei wichtige Erkenntnisse in meinem Leben. Erstens: Das Wort „Pyjama“ wird ganz zu unrecht als Bezeichnung eines Schlafkleidungsstückes missbraucht und zweitens können aus spontanen Einladungen interessante Cluboutfits entstehen. Meine Pyjama Hose war sicherlich eines davon, allerdings nicht einmal annähernd so avantgardistisch wie ich es damals empfunden habe. Tatsächlich hat unsere Schlafkleidung es längt in den schnöden Alltag geschafft. Aber selbst Adiletten, die man vielleicht noch vom Bademeister aus dem Schwimmunterricht in der  dritten Klasse als verschwommenes Bild vor Augen hat, sieht man heute als die neuen Birkenstocks auf der Straße. Echt, live und in Farbe beziehungsweise dunkelblau mit weißen Streifen. Ich gestehe bei der ersten Begegnung dieser Art sind mir fast die Augen aus dem Kopf gefallen.

Darf man sich angesichts solcher Szenen also noch darüber wundern, dass Menschen auf die Idee kommen die ganze Welt zu ihrem Bett zu machen? Nein, ich denke nicht. Und wenn ich ehrlich bin, hat diese modische Revolution doch auch einige Vorteile und verleiht dem Terminus „2-in-1“ eine ganz neue Qualität. Ich mein, es klingt schon verlockender fünfzig Euro für eine Pyjamahose aus Seide auszugeben und zu wissen, dass nicht nur die Milben in der Matratze diese jemals zu Gesicht bekommen werden.

Aber Spaß beiseite. Pyjamas auf der Straße sind keine modische Revolution. Nein vermutlich sind sie schon ganz nah in der Ecke des Mainstreams angekommen, sodass man sich auch sorglos an dieses Experiment heranwagen kann. Denn was soll schon groß schief gehen, außer dass man seine Pyjamahosen letztlich doch nur noch im Bett anzieht.