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Seidenbluse

BLUSE – 2ND HAND   HOSE – VINTAGE LEVIS 501   OHRRINGE – MANGO

Die letzten Tage habe ich mich sichtlich schwer getan herauszufinden worüber ich als nächstes auf diesem Blog schreiben möchte. Nicht, weil ich keinerlei Ideen hätte, sondern, weil viele davon sich nicht richtig angefühlt haben. Seit ich (wieder) mit dem Bloggen angefangen habe, verfalle ich ständig einem regelrechten Wahn, konstant eine utopische Superlative erreichen zu müssen. Modische Kombinationen sollen besonders ‚aufregend‘ sein, Fotos über die Maße ästhetisch und meine Texte immer irgendwie raffinierter als 0815 Geschwafel á la „Ich habe diesen Rock zu diesem Shirt und diesen Schuhen kombiniert und das ist schön“.

Und in meinem Eifer meiner selbstgeschriebenen Utopie gerecht zu werden, hat sich die letzten Tage immer öfter ein ungutes Gefühl in mir breit gemacht – was zur Hölle mache ich da eigentlich!? Ich habe nicht wieder mit dem Bloggen angefangen, damit ich schnappatmend jeden Tag verzweifelt nach dem neuen modischen Schrei suche. Ich wollte gestalten, ausprobieren, Gedanken teilen und Impulse geben und fühle mich teilweise weit davon entfernt. Wie soll etwas auch inspirieren und Impulse geben, wenn das Fundament nicht stimmt?

Wenn ich mich also die letzten Tage schwer getan habe, herauszufinden worüber ich als nächstes auf diesem Blog schreiben möchte, dann weil ich mir wieder klar werden musste was mein Fundament eigentlich ist und das dies gut ist. Nur weil man sich für Mode interessiert, muss man nicht laufend allem hinterherrennen, dass als ‚modisch‘, ‚trendig‘, ‚in‘ oder sonst wie kleidungstechnisch gerade von angeblich hohem Stellenwert gilt. Einen Blog zu führen verleitet schnell dazu und ich möchte nicht meinen individuellen Geschmack über die Planke gehen lassen, um dafür kurzzeitig Heldin eines dieser ‚Trends‘ zu sein.

Bisschen mehr Realität und bisschen weniger Utopie ist das Motto unter dem ich dieses Projekt führen möchte. Mit meiner Liebe zu Second Hand Schätzen, meiner Levis 501 und vor allem ausgesprochenen Gedanken zu dem was sich hier präsentiert!

Und damit gibt es eine gekonnte Überleitung zum eigentlich Held dieses Artikels – meiner Seidenbluse. Einem, Achtung Trend, Schlafanzugoberteil. Zumindest darf ich dies annehmen, da ich sie in der Männersektion bei den Schlafsachen gefunden habe.

Nächtliches Kleidungsstück hin oder her, bin ich so hellauf begeistert von meinem Fund, dass ich seit Tagen nur noch in diesem wundervollen Material durch die Gegend laufe. Gerade, weil ich an acht von sieben Tagen in der Woche meine Levis trage, bemühe ich mich dazu Stücke zu finden, die einen ausgewogenen Mix zwischen gemütlich und elegant herstellen. Was generell mein Motto ist, wenn es darum geht mich morgens anzukleiden. Weswegen ich auch sechs Jahre alte Converse zu eleganten Hosen anziehe, was meine Mutter regelmäßig den Kopf schütteln lässt. Aber so fühle ich mich nun einmal wohl!

Darüber hinaus spiele ich seit ein paar Wochen mit dem Gedanken meinen Kleiderschrank drastisch auszumisten und mehr Platz für langfristige Stücke zu schaffen, wie einer Seidenbluse. Einfach Dingen, die sich einen gut fühlen lassen und mit denen man eben keine Heldin eines Trends ist und wenn doch dann nicht um des Heldinseins willen, sondern der Freude an der Sache. Des euphorischen Gefühls wegen und dem Wissen auch in einem Jahr in den Spiegel blicken zu können und sich selbst ein High Five für dieses geile Stück zu geben!